Edition AV: Frühjahr und Sommer 2012


Gustav Landauer
Philosophie und Judentum
Ausgewählte Schriften – Band 5
herausgegeben von Siegbert Wolf und illustriert von Uwe Rausch
ISBN 978-3-86841-068-6 | 445 Seiten | 22 €
Edition AV

Philosophisches Denken betrieb Landauer nie als Selbstzweck. Vielmehr zielte er stets auf das Leben der Menschen, auf deren gesellschaftliche Praxis, mit dem Ziel einer globalen Menschwerdung auf der Grundlage von Freiheit, Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit. Philosophische Gesprächspartner fand er hierbei vor allem in Fritz Mauthner, Martin Buber, Constantin Brunner und Ludwig Berndl. Besonders in der Sprachkritik erkannte er ein Mittel zur Kritik der instrumentellen Vernunft und zur Auflösung herrschaftsorientierter Ideologien. Deutlich wird Landauers tiefes Verständnis von Philosophie als einem Erkenntnisinstrument, nicht, um die Welt zu interpretieren, sondern um sie zu verändern: „Unsere Aufgabe ist […] anzuerkennen, durch die Tat und den stillen Umgang im Kleinen und Täglichen, dass die Menschen und alles, was Leben hat, uns nicht als Gegenstände für unseren Genuss gegeben ist, sondern als solche, die in allem Wesentlichen gerade so beseelt sind wie wir.“
Hinzu trat Landauers bewusstes Bekenntnis zum Judentum, das einherging mit einer Wiederentdeckung der jüdischen Tradition, der mystischen und häretischen Quellen des Judentums (Messianismus, Kabbala, Chassidismus). Es entsprang vor allem kulturellen Impulsen eines engen Zusammenhanges zwischen Judentum und Menschheitsidee. Im Prozess eines neuen, sozialen Umgangs der Menschen untereinander, maß er dem lebendigen Judentum mit seinen Nächstenliebe- und Gerechtigkeitsmotiven, den das Gemeinschaftsleben verkörpernden Traditionen sowie dessen kultureller Vielfalt, eine bedeutende Vorreiterrolle bei der Regeneration der gesamten Menschheit zu.


Roman Danyluk
Befreiung und soziale Emanzipation
Rätebewegung, Arbeiterautonomie und Syndikalismus
ISBN 978-3-86841-065-5 | 352 Seiten | 18 €
Edition AV

Was soll heute eigentlich konkret unter Befreiung und sozialer Emanzipation verstanden werden? Und warum sind viele der traditionslinken Vorstellungen überholt? Das vorliegende Buch erörtert genau diese Fragen und untersucht dabei die antiautoritäre proletarische Geschichte sowie die antiproduktivistischen Kämpfe in Vergangenheit und Gegenwart. Ausgehend von der sozialen Realität in den gegenwärtigen kapitalistischen Klassengesellschaften begibt sich Roman Danyluk auf die Spur der vergangenen selbstorganisierten direkten Aktionen des Proletariats ebenso wie des Kampfes der Lohnabhängigen gegen die Arbeit. Zentrale Begriffe der gesellschaftlichen Entwicklung – etwa Fortschritt, Produktivität, Arbeit – werden einer lebendigen und historischen Klassenanalyse unterzogen und auf emanzipatorische Art und Weise neu bestimmt. Damit versucht der Autor, eine sozialrevolutionäre Perspektive zur Umwälzung der sozial extrem ungleichen Klassenverhältnisse im Kapitalismus zu entwickeln.


Augustin Souchy
Bei den Landarbeitern von Aragon
Der freiheitliche Kommunismus in den befreiten Gebieten
zusammengestellt und herausgegeben von Wolfgang Haug
übersetzt aus der englischen Ausgabe von Bernhard Arracher
ISBN 978-3-86841-067-9 | 110 Seiten | 12 €
Edition AV

„Die Kollektivierung in Spanien war die wichtigste Umgestaltung der Eigentumsstruktur und Arbeitsorganisation der Produktion in der Geschichte. Die Kollektive waren eine Verwirklichung der Ideale und Theorien des freien und libertären Sozialismus, im Gegensatz zu den russischen Staatskolchosen und auch zum Selbstverwaltungssystem Jugoslawiens. Ich konnte das vergleichen, da ich durch all diese Länder gereist bin, um ihre Systeme zu studieren. Die spanischen Landkollektive ähnelten am ehesten den Moshov Shitufi, eine der vielen Arten von Arbeitsgemeinschaften, die in Israel als Kibbuzim bekannt sind.
Während des Bürgerkriegs war die Kommunistische Partei Spaniens gegen die Kollektive, nach dem Krieg wurden sie von Franco zerstört.”


Helge Döhring
Mutige Kämpfergestalten
Syndikalismus in Schlesien 1918 bis 1930
ISBN 978-3-86841-064-8 | 120 Seiten | 12 €
Edition AV

Schlesien zählte mit seinen zahlreichen konterrevolutionären Aspekten zu den arbeiterfeindlichsten Gebieten im Deutschen Reich. Dennoch oder gerade deshalb existierte hier nach dem Ersten Weltkrieg eine starke revolutionäre Arbeiterbewegung, welche diesen widrigen Bedingungen an vielen Orten bis 1933 zu trotzen verstand, darunter syndikalistische Organisationen. Wie für kaum eine andere Region sind aus Schlesien viele Zeugnisse überliefert, die mittels eindringlicher Details die Schwierigkeiten dieser Bewegung auf den Punkt bringt.

In diesem Buch werden sie zusammengetragen und geordnet vorgestellt. Mögen sie für heute aufzeigen helfen, welche Hürden der Syndikalismus auch in Zukunft zu bewerkstelligen hat.


anarchistische föderation berlin
Dokument A
Berliner anarchistisches Jahrbuch 2011
ISSN 2193-7850 | 72 Seiten | 5 Euro
Edition AV

Ausführliche Infomationen: anachristische förderation berlin

Vorankündigung

Jürgen Mümken
Die Ordnung des Raumes
Bio-Macht, Foucault und die Transformation des Raumes in der Moderne
Erscheint im Mai/Juni 2012


Stefan Gurtner
Guttentag
Das Leben des jüdischen Verlegers Werner Guttentag
zwischen Deutschland und Bolivien
Ca. 450 Seiten, ca. 25 Euro
ISBN 978-3-86841-069-3
Erscheint im Sommer 2012


Als PDF:

Edition AV – Vorschau Frühjahr 2012 [PDF]
Edition AV – Sommer 2012 [PDF]

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